Ścinawka Średnia (deutsch Mittelsteine) ist ein Dorf im Powiat Kłodzki in der Wojewodschaft Niederschlesien in Polen. Es gehört zur Stadt- und Landgemeinde Radków (Wünschelburg) und liegt an der Einmündung der Posna (Pośna) in die Steine (Ścinawka).

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Der Oberhof

Am oberen Ende des Dorfes lag der Oberhof, der ab dem Ende des 17. Jahrhunderts auch als der Hauptmannshof bezeichnet wurde. Für 1356 sind als Besitzer die Brüder Thomas und Konrad von Czechau nachgewiesen. Deren Nachkommen verkauften das Gut 1412 an Stephan und Bernard von Donin. Nach dem Tod des Friedrich von Donin 1467 fielen Mittelsteine und Neurode als erledigtes Lehen durch Heimfall an den böhmischen König Georg von Podiebrad. Dieser schenkte beide Lehen aus Dankbarkeit für geleistete Dienste dem Georg Stillfried-Rattonitz mit der Bedingung, eine der Schwestern des verstorbenen Friedrich von Dohna zu ehelichen. 1472 bestätigte Herzog Heinrich d. Ä. die Schenkung. Bei einer Erbeinigung zwischen Jakob von Stillfried und seinem Vetter Georg von Stillfried fiel das Gut Mittelsteine an Jakob, der mit Hedwig von Reichenbach verheiratet war. Nach Jakobs Tod um 1529 erbte sein Sohn Heinrich von Stillfried die Besitzungen. Er war mit Elisabeth von Pannwitz auf Albendorf verheiratet und vergrößerte das Gut um weitere Besitzungen, u. a. den Niederhof. Nach dem Tod seines kinderlos verstorbenen Vetters Georg 1586 erwarb er von Kaiser Rudolf II. auch das Lehngut Neurode. Auf seinen Antrag hin verwandelte der Kaiser 1596 die Lehnsgüter des Ober- und des Niederhofs zu einem Erbeigentum. 1598 erwarb beides Otto Friedrich von Ratschin auf Arnsdorf. Nach dessen Tod um 1601 erbten das Gut Mittelsteine seine beiden Söhne Otto Heinrich und Hans Friedrich. 1612 teilten sie die ererbten Besitzungen. Hans Friedrich erhielt den Oberhof. 1625 wurde der Oberhof wegen der Beteiligung Hans Friedrichs an der böhmischen Rebellion vom Kaiser konfisziert und nachfolgend von der königlichen Kammer verwaltet. Diese verkaufte 1636 das konfiszierte Gut an Adam Christian von Ampassek, Erbherr auf Niederpischkowitz, der es 1657 seinem Schwager Bernard von Stillfried auf Neurode verkaufte. Dieser war damals Verwalter der Landeshauptmannschaft der Grafschaft Glatz. 1658 wurde er zum kaiserlichen Rat ernannt und 1662 von Kaiser Leopold I. in den Freiherrenstand erhoben. Er war zweimal verheiratet und hinterließ nach seinem Tod 1669 aus jeder Ehe je eine Tochter. Mittelsteine sowie die Dorfschaften Zaughals, Fichtig, Beutengrund und die Hälfte von Königswalde erbte Anna Theresia, die Tochter aus der ersten Ehe. Sie heiratete im selben Jahre den Siegmund Erdmann von Zierotin, Erbherr auf Falkenberg. Dieser verkaufte im Auftrag seiner Gemahlin 1676 den Oberhof an den Landeshauptmann der Grafschaft Glatz, Johann Georg von Götzen. Nach diesem wurde der Oberhof auch „Hauptmannshof“ genannt. Nach dem Erlöschen der männlichen (katholischen) Linie der Grafen von Götzen mit Johann Josef von Götzen 1771, erbten zunächst dessen drei Schwestern die hinterlassenen Güter und 1780 der Neffe Anton Alexander von Magnis. Bei dessen Nachkommen verblieb der Oberhof mit dem zugehörigen Grundbesitz bis 1945.

Quelle: Wikipedia Ścinawka Średnia

 

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Quelle und noch weitere Bilder:   http://fotopolska.eu/Scinawka_Srednia